Back from Hell

Okay – dann melde ich mich in diesem surrealistischen Medium zurück. Wurde auch langsam Zeit, dass ich wieder Zeit zum Bloggen finde. Und es wird hier gesichert zynisch sarkastisch zugehen. In meinem ganz eigenen Stil werde ich hier meine Sicht auf die IT und die E-Commerce-Branche zum Besten geben. Also lassen wir es krachen.

Ein Aufschrei der Entrüstung geht durch die JTL-Software Partnerlandschaft. Nicht wenige dürften sich beim Bekanntwerden folgender Meldung verarscht vorkommen:

Arne Theisen hat die Geschäftsanteile der go-eCommerce GmbH von Andrea Minolts übernommen. Der entsprechende Auszug aus dem Handelsregister liegt mir vor und im Impressum kann man schon nachlesen, wer jetzt der Herr im Haus ist.

Das wirft nun 2 Fragen auf:

  1. Warum verkauft Frau Minolts ihr Unternehmen?
  2. Warum kauft Arne Theisen dieses Unternehmen?

Beim besten Willen dürfte die go-eCommerce kein Unternehmen sein, welches in Zukunft verspricht eine überdurchschnittliche Rendite abzuwerfen. Und Arne Theisen dürfte auch nicht über genügend Risiko-Kapital verfügen. Schauen wir uns mal die Fakten an:

Arne Theisen hat in 2018 die Firmen gustiamo und arpalog ins Leben gerufen. Beides keine GmbH und komplett unter seinem Namen. Nach etwas mehr oder weniger als einem Jahr dürften beide Firmen noch keine positiven Erträge abwerfen. Aber manchmal hilft ja schon ein Blick ins Impressum. Und wenn man die dort genannte Adresse der beiden Firmen aufruft, stellt man fest, dass es sich um einen netten und soliden Mehrfamilien-Bunker in beschaulicher Vorstadtatmosphäre handelt. Ich hätte jetzt eigentlich eine Lagerhalle im Industriegebiet erwartet.

Okay das lässt jetzt den Schluss zu, das der arme Arne Theisen in unsäglich beengten Verhältnissen hausen muss, wenn er unter der angegebenen Adresse einen Onlinehandel für italienische Feinkost inklusive Fulfillment Dienstleister mit den entsprechenden Büros und Lagerräumen untergebracht hat. Also irgendwas haut da nicht so wirklich hin. Na ja, soll auch erstmal egal sein, weil es nicht unbedingt zur Lösungsfindung beiträgt.

Irgendwie muss der eine die Kaufsumme zusammenbekommen haben, weil sich die andere kaum mit Naturalien begnügen wird. Die genaue Höhe der Kaufsumme spielt da keine Rolle. Dazu schauen wir uns mal die Historie der go-eCommerce GmbH einmal genauer an.

Andrea Minolts ist über den JTL-Software-Partner dieupdater in die e-Commerce-Branche gerutscht. Als Buchhalterin hat sie von IT nur minimale Anwenderkenntnisse. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um ein Unternehmen zu führen, welches sich ausschließlich mit IT-Themen befasst. Also die digitale Abbildung von Geschäftsprozessen im Handel. Von den Softskills für eine ordentliche Mitarbeiterführung will ich lieber nicht sprechen. Aber auch hier waren deutliche Defizite zu erkennen.

Die Dame hatte also definitiv mehr als einen Grund, den Laden so schnell wie möglich abzustoßen, bevor das Kind in den Brunnen fällt. Und als gelernte Buchhalterin kann man ihr durchaus zutrauen, dass sie Bilanzen lesen kann und auch sehr schnell feststellt, wenn es bergab geht.

Aber wo einen Idioten finden, der ein Schiff mit leichter Schlagseite und morschem Kiel kauft, in dem sich schon der Schiffsbohrwurm austobt? Wer könnte ein Interesse haben, in einem eigentlich schon gesättigten Markt einen Seelenverkäufer am Leben zu halten und wieder klar Schiff zu machen? Die Kundenliste liest sich eher wie das Who-is-Who der Husumer Krabbenfischer. Nüchtern betrachtet hätte man den Kahn einfach absaufen lassen und einen neuen auf Kiel legen lassen.

Fazit – soweit man es schon ziehen kann!

Aus seemännischer Sicht ergibt es keinen Sinn den Seelenverkäufer go-eCommerce mit letzter Kraft in einen sicheren Hafen zu steuern, um es anschließend mit viel Geld wieder flott zu kriegen. Allerdings ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ich kann aber schon mal festhalten, das der neue Eigentümer als Reeder nicht unbedingt über ausreichende Erfahrung mitbringt. Mal ganz von der Erfahrung so einen Kahn wieder flott zu kriegen. Wer sich auf so ein Abenteuer einlässt, macht entweder den Kübelböck oder hat jemanden im Hintergrund, der nicht offen als eigentlicher Drahtzieher auftreten will. Es bleibt also spannend und will weiter beobachtet werden.

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